Coop Orakel · Kundensegmentierung · Ideenpapier v2
Die sechs Segmente aus Version 1 sagen, wer die Kundschaft ist. Sie sagen nicht, warum jemand heute kommt, was er vorhat und was ihn dabei lenkt. Dieses Papier zeigt drei Ideen, wie das Orakel genau das lernen kann. Zur Diskussion, noch nichts gerechnet.
Ausgangspunkt
Die sechs Segmente laufen produktiv und bleiben als Standard-Antwort im Orakel. Sie trennen die Kundschaft nach Menge, Frequenz und Aktionsanteil. Für die spannenderen Fragen reicht das nicht: Wetter, Wochentag, Uhrzeit und Promos wirken auf den einzelnen Einkauf. Im Jahresmittel eines Kunden verschwinden sie.
| Version 1 (heute) | Version 2 (Idee) | |
|---|---|---|
| Blick auf | Kunde im Jahresmittel | einzelner Einkauf samt Kontext |
| Klassen | 6 | 100 bis 600, fein |
| Zugehörigkeit | genau ein Segment pro Person | mehrere zugleich, je mit Wahrscheinlichkeit |
| Antwort auf | „Wer kauft wie viel?“ | „Wer kommt wann, wozu, und was lenkt ihn?“ |
Das Prinzip
Der Ablauf ist bei allen drei Ideen derselbe, in vier Schritten. Beispiel: Das Wort „vegan“ steht in keiner Kundenkarte. Trotzdem findet das System die Gruppe.
Drei Ideen
A und C entdecken Klassen auf zwei verschiedenen Wegen. B bestimmt, wie das Ergebnis für alle aussieht: als Eigenschaften mit Wahrscheinlichkeit. Zusammen ergeben sie ein System, keine Konkurrenz.
Der gemeinsame Motor
Jeder Bon bekommt seinen Kontext angehängt: Wochentag, Uhrzeit, Wetter am Standort, laufende eigene Aktionen, Aktionen des Wettbewerbs, Filialtyp und Lage. Ein Muster-Sucher (Exceptional Model Mining) findet darin lesbare Wenn-dann-Regeln. Jede Regel wird an einem zurückgehaltenen Zeitraum geprüft, bevor sie berichtet wird.
So könnten Befunde aussehen. Die Beispiele sind erfunden, die Datenbasis dafür liegt bereit.
Machbarkeit
Am 07.09. in BigQuery geprüft: Alles Nötige ist vorhanden, komplett im Coop-Perimeter.
| Baustein | Befund | Status |
|---|---|---|
| Uhrzeit | Die Kassen-Rohdaten führen die Uhrzeit je Position, fertig gerundet auf 60/30/10 Minuten. Stichprobe 15.10.2025: 7,7 Mio Zeilen, 100 % gefüllt, 4 bis 23 Uhr. | liegt vor |
| Wetter | Tageswetter je Postleitzahl: Niederschlag, Temperatur, Sonnenstunden, Regentag-Kennzeichen. | liegt vor |
| Standort | Filial-Stammdaten mit Kanton, Sprachregion, Stadt-Land-Klasse, ÖPNV-Erreichbarkeit und Konkurrenz-Verkaufsfläche. | liegt vor |
| Wettbewerbs-Promos | Fremd-Aktionen mit Händler, Rabatt und Zeitraum, bereits auf die eigenen Warengruppen gemappt. | liegt vor |
| Bon-Basis | Korb-Tabelle je Bon mit Artikel, Filiale und Karte. Die Karte-zu-Person-Brücke aus Version 1 wird wiederverwendet. | liegt vor |
| Verknüpfung | Die Uhrzeit muss einmalig aus der Rohschicht an die Bon-Tabelle gehängt werden. | kleiner Schritt |
Vorschlag
Drei Piloten in fester Reihenfolge. Jeder hat ein Abnahme-Kriterium, an dem er scheitern darf.
| Schritt | Inhalt | Abnahme |
|---|---|---|
| P1 · Missions-Pilot | 5 % der Personen, 3 Monate. Missionen auf Warengruppen-Ebene, Klassenzahl 50 bis 400 im Test. | 20 zufällig gezogene Missionen lassen sich fachlich benennen. |
| P2 · Treiber-Pilot | Kontext anfügen (Wetter, Uhrzeit, Promos, Standort), Treiber-Modelle und Muster-Suche auf den Pilot-Daten. | Mindestens drei Befunde halten auf einem zurückgehaltenen Zeitraum stand und waren vorher nicht bekannt. |
| P3 · Ausbau | Volle 12 Monate, alle Personen. Eigenschafts-Scores mit Schwellen, Absicherung wie in Version 1. | Klassen bleiben über die Zeit stabil. Namen und Schwellen sind fachlich abgenommen. |
Es gelten dieselben Regeln wie in Version 1: keine Auswertung unter 30 Personen, jede Zahl per SQL herleitbar, alle Berechnungen bleiben im Coop-Perimeter.